Mit Pinsel und Naturmaterialien
Hersbruck – Die inklusive Streuobstwiese auf dem Campus Haus Weiher der Rummelsberger Diakonie entwickelt sich zu einem einzigartigen Lern- und Begegnungsort für Menschen mit und ohne Behinderung. Mit der neuen Bildungsreihe „Kunst von der Wiese“ öffnet die Einrichtung ihre Tore für alle, die sich für Kunst, Natur, Umweltbildung und inklusives Lernen interessieren.
Vergangene Woche fanden die Auftaktveranstaltungen zur Bildungsreihe statt. Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Don-Bosco-Haus der Caritas im Nürnberger Land. Im Laufe des Jahres sind 16 kunstpädagogische Workshops geplant, darunter Arbeiten mit Lehm und Gips, Filzen und das Legen von Naturmandalas. Zum Ausprobiernachmittag kamen 40 Besucher*innen, die sich in verschiedenen künstlerischen Techniken ausprobierten. Bei Kaffee und Kuchen gab es die Möglichkeit, die Künstlerinnen und Leiterinnen der Workshops, Karin Bergdolt und Melanie Hehlinger, kennenzulernen.
Teilnehmerin Monika Lorenz (58) berichtete begeistert: „Ich habe schon lange nach einer Möglichkeit gesucht, kreativ in der Natur zu arbeiten.“ Hier könne sie sich ausprobieren und Neues lernen – und das in einer offenen und entspannten Atmosphäre. Monika Lorenz war zum ersten Mal auf der Streuobstwiese und hat bereits konkrete Pläne: „Ich male gern, das beruhigt und entspannt. Ich werde auf jeden Fall am Malworkshop teilnehmen.“
Kerstin Brockmeier, Einrichtungsleitung des Don-Bosco-Hauses Hersbruck, freute sich, dass so viele Menschen kamen. „Ich finde die Projektidee klasse und bin gespannt, auf die Kunstwerke, die in den Workshops entstehen werden.“
Die neue Bildungsreihe wird durch den Bildungsfonds Nürnberger Land und mit einer Spende der Sparkasse Nürnberg unterstützt. Dank dieser Förderung können die inklusiven Workshops kostenfrei angeboten werden.
Zur offiziellen Auftaktveranstaltung mit den Förder*innen kamen auch Landrat Armin Kroder und Beate Treffkorn, Leiterin Unternehmenskommunikation von der Sparkasse Nürnberg. Beide würdigten das Engagement und die Bedeutung der inklusiven Streuobstwiese. „Für mich ist Inklusion, wenn alle Menschen so normal zusammenkommen wie hier auf der Wiese. Und normal sein bedeutet für mich, dass alle verschieden sind und es auch sein dürfen“, betonte Kroder.
Auch die Sparkasse Nürnberg sieht großes Potenzial in dem Projekt. „Die inklusive Streuobstwiese ist ein wunderschöner Ort, der lebt. Wir sehen, dass hier etwas Dauerhaftes entstehen soll und dann unterstützen wir gerne und treiben Inklusion voran“, erklärte Beate Treffkorn.
Martin Chmel, Leiter des Hauses Weiher, der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie vor Ort in Hersbruck, begrüßte die Entwicklung: „Für mich ist es eine Freude, dass auf dem Campus Haus Weiher nun Bildung im Bereich Umwelt und Naturschutz vermittelt wird.“ Auch Ralph Eichenseher, Regionalleiter der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung und Leiter des Fachbereichs Autismus, lobte das Projekt: „Unsere inklusive Streuobstwiese ist ein Erfolgsprojekt. Wir freuen uns, dass wir uns mit der inklusiven Bildungsreihe ‚Kunst von der Wiese‘ noch weiter auf Bildung für nachhaltige Entwicklung fokussieren können.“
Projektleiterin Alina Stampfl blickte auf ein erfolgreiches Jahr zurück: „Im vergangenen Jahr haben 550 Menschen unsere 30 Veranstaltungen auf der Wiese besucht. Das war ein tolles Jahr, und wir konnten viele wertvolle Kooperationen starten.“ Interessierte können sich ab sofort für die kommenden Workshops anmelden. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.rummelsberger-diakonie.de/wiese
Heike Reinhold
